Jan 2024
-
11 Minuten
Autor:
Luca Andrea Donati

Mitarbeiterportraits mit individuellem Hintergrund

Ein Mitarbeiterportrait zeigt nicht nur eine Person. Auch der Hintergrund beeinflusst, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird. Farbe, Licht, Architektur und Bildkomposition können eine Verbindung zur visuellen Identität herstellen oder bewusst in den Hintergrund treten. Entscheidend ist, dass sie die fotografierte Person unterstützen, statt mit ihr um Aufmerksamkeit zu konkurrieren.

‍

Individuelle Hintergründe bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiterportraits über klassische Studioaufnahmen hinauszuentwickeln. Dafür stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung: physische Hintergründe in Markenfarben, Portraits in der eigenen Arbeitsumgebung oder digital gestaltete Hintergründe. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der gewünschten Bildsprache, der Anzahl Mitarbeitenden und der langfristigen Nutzung der Fotografien ab.

Welcher Hintergrund passt zur visuellen Identität eines Unternehmens?

In vielen Unternehmen entstehen Mitarbeiterportraits über mehrere Jahre hinweg. Neue Personen kommen hinzu, bestehende Mitarbeitende wechseln ihre Funktion und zusätzliche Standorte werden eröffnet. Dabei verändert sich nicht nur das Team. Häufig verändert sich auch die fotografische Darstellung.

‍

Portraits werden von unterschiedlichen Fotografen aufgenommen, Hintergründe variieren und verschiedene Bildausschnitte erscheinen nebeneinander auf derselben Website.

‍

Ein individuell entwickelter Hintergrund kann helfen, eine wiedererkennbare gestalterische Grundlage zu schaffen. Dabei geht es jedoch nicht darum, möglichst viele Elemente des Corporate Designs in ein Portrait zu integrieren.

‍

Eine gute Hintergrundgestaltung beginnt mit der Frage, welche Rolle das Bild innerhalb der Unternehmenskommunikation übernehmen soll.

‍

Der Hintergrund ist Teil der Bildsprache

Ein neutraler grauer Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit auf Gesicht und Ausdruck. Ein dunklerer Hintergrund kann eine ruhigere und konzentriertere Bildwirkung unterstützen. Ein heller, farbiger Hintergrund kann offener erscheinen oder sich stärker in ein bestehendes Webdesign integrieren.

‍

Sobald Hintergründe gezielt auf die visuelle Identität eines Unternehmens abgestimmt werden, kommen weitere Möglichkeiten hinzu. Dazu gehören beispielsweise:
01 Farben aus dem Corporate Design
02 reduzierte Farbverläufe
03 architektonische Elemente
04 bewusst unscharfe Arbeitsumgebungen
05 geometrische Flächen oder dezente Strukturen
06 digital gestaltete Hintergründe

‍

Nicht jede dieser Lösungen eignet sich für jedes Unternehmen.

‍

Eine Wirtschaftskanzlei benötigt möglicherweise eine zurückhaltende Portraitserie, bei der die Personen im Mittelpunkt stehen. Ein Technologieunternehmen kann dagegen eine stärker gestaltete Bildwelt entwickeln, die Farben oder Formen aus seiner Markenidentität aufgreift. Entscheidend ist, dass die Hintergrundgestaltung eine nachvollziehbare Funktion besitzt.

‍

Ein individueller Hintergrund ist dann sinnvoll, wenn er die visuelle Identität unterstützt, ohne zum eigentlichen Motiv des Portraits zu werden.

‍

Markenfarben funktionieren auf Portraits anders als im Corporate Design

Eine häufige Idee besteht darin, Mitarbeiterportraits vor einem Hintergrund in der exakten Unternehmensfarbe zu fotografieren.

‍

Das klingt zunächst einfach. In der fotografischen Umsetzung entstehen jedoch mehrere Fragen.

‍

Eine digitale Markenfarbe wird normalerweise durch definierte Farbwerte beschrieben. Wird dieselbe Farbe auf einen physischen Hintergrund gedruckt, hängt ihre tatsächliche fotografische Darstellung zusätzlich vom Material und von der Beleuchtung ab.

‍

Ein mattes Hintergrundpapier reflektiert Licht anders als ein Stoffhintergrund. Selbst bei identischen Druckfarben kann die sichtbare Farbwirkung unterschiedlich ausfallen.

‍

Auch die Umgebung beeinflusst das Ergebnis. Ein kräftig blauer Hintergrund kann bei geringem Abstand blaues Licht auf Kleidung oder Haut reflektieren. Ein stark gesättigter grüner Hintergrund kann ähnliche Farbreflexionen erzeugen. Deshalb sollte ein Corporate-Hintergrund nicht ausschliesslich anhand eines HEX-Werts ausgewählt werden.

‍

Entscheidend ist, wie die Farbe im fertigen Portrait zusammen mit Hauttönen, Kleidung und Licht wirkt.

‍

Bei sehr intensiven Markenfarben kann es sinnvoll sein, eine fotografisch abgestimmte Variante zu verwenden, statt die exakte Corporate-Farbe flächendeckend zu reproduzieren. Auch der spätere Einsatz spielt eine Rolle. Ein Hintergrund, der auf einer grossen Websitefläche überzeugt, kann in einem kleinen LinkedIn-Profilbild zu dominant wirken. Die Farbgestaltung sollte deshalb immer anhand der tatsächlichen Bildanwendungen beurteilt werden.

‍

Warum nicht jede Person vor derselben Farbe gleich wirkt

Eine einheitliche Hintergrundfarbe garantiert noch keine einheitliche Bildwirkung. Unterschiedliche Hauttöne, Haarfarben und Kleidungsstücke reagieren verschieden auf denselben Hintergrund. Eine Person mit dunkler Kleidung vor einem dunklen Hintergrund benötigt möglicherweise eine andere Trennung von Person und Hintergrund als jemand mit einem hellen Outfit. Auch die Haarstruktur spielt eine Rolle. Feine oder stark gelockte Haare können vor bestimmten Hintergründen weniger deutlich hervortreten.

‍

Bei der fotografischen Planung muss deshalb nicht nur die Hintergrundfarbe berücksichtigt werden, sondern auch das Verhältnis von Person, Licht und Umgebung. Mit einer passenden Lichtführung lässt sich die Trennung zwischen Person und Hintergrund gezielt beeinflussen. Gerade bei grösseren Mitarbeiterproduktionen ist es wichtig, eine Lösung zu entwickeln, die bei unterschiedlichen Personen funktioniert, ohne dass für jedes Portrait ein vollständig neues Lichtsetup benötigt wird. Eine hochwertige Bildsprache ist deshalb nicht zwangsläufig eine starre Bildsprache. Sie benötigt genügend gestalterische Flexibilität, um unterschiedliche Menschen angemessen darzustellen.

‍

Wann eine reduzierte Gestaltung die bessere Entscheidung ist

Nicht jedes Mitarbeiterportrait profitiert von einer auffälligen Hintergrundgestaltung. Bei klassischen Teamseiten stehen Namen, Funktionen und Personen im Vordergrund. In diesem Zusammenhang kann ein neutraler Hintergrund besonders sinnvoll sein. Er reduziert visuelle Ablenkung und lässt sich mit unterschiedlichen Website-Layouts kombinieren.

‍

Ein individueller Hintergrund muss deshalb nicht spektakulär sein. Auch eine bewusst gewählte Abstufung von Grau, eine dezente Farbfläche oder ein zurückhaltender Verlauf kann Teil einer markenspezifischen Bildsprache werden.

‍

Gerade Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden profitieren häufig von einer solchen gestalterischen Zurückhaltung. Die einzelnen Portraits behalten ihre Eigenständigkeit, während die Gesamtserie als zusammengehörig wahrgenommen wird.

‍

Physische, digitale oder natürliche Hintergründe für Mitarbeiterportraits?

Für individuell gestaltete Mitarbeiterportraits gibt es mehrere fotografische Herangehensweisen. Die Entscheidung sollte möglichst früh getroffen werden, weil sie sowohl den Ablauf des Shootings als auch die spätere Bildbearbeitung beeinflusst. Ein physischer Hintergrund wird bereits während der Aufnahme fotografiert. Bei einem digitalen Hintergrund wird die Person nachträglich freigestellt und in eine gestaltete Bildumgebung integriert. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, die tatsächliche Architektur oder Arbeitsumgebung des Unternehmens als Hintergrund zu nutzen. Jede Variante besitzt unterschiedliche Stärken und Einschränkungen.

‍

Physische Hintergründe für eine kontrollierte Portraitserie

Ein physischer Hintergrund wird direkt am Aufnahmeort aufgebaut. Das kann ein klassischer Studiohintergrund sein, eine speziell produzierte Farbfläche oder eine individuell gestaltete Hintergrundwand.

‍

Der Vorteil besteht darin, dass Person und Hintergrund bereits während der Aufnahme Teil derselben fotografischen Situation sind. Licht, Perspektive und Schatten können unmittelbar aufeinander abgestimmt werden. Die fotografierte Person lässt sich vor dem tatsächlichen Hintergrund beurteilen, und auch schwierige Konturen wie Haare oder transparente Brillengläser bleiben Bestandteil der ursprünglichen Aufnahme. Dadurch reduziert sich häufig der Aufwand für eine nachträgliche Freistellung.

‍

Allerdings benötigt ein physischer Hintergrund Platz und eine geeignete Transport- beziehungsweise Aufbaumöglichkeit. Bei individuellen Druckhintergründen kommen Materialwahl, Oberflächenstruktur und mögliche Reflexionen hinzu. Für Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum zahlreiche Mitarbeitende unter vergleichbaren Bedingungen fotografieren möchten, kann ein physischer Hintergrund dennoch eine gute Lösung sein. Voraussetzung ist, dass er bei zukünftigen Shootings wieder zur Verfügung steht oder zuverlässig reproduziert werden kann.

‍

Digitale Hintergründe bieten zusätzliche gestalterische Freiheit

Bei einer digitalen Hintergrundlösung wird die fotografierte Person zunächst vor einem geeigneten Aufnahmehintergrund fotografiert. Anschliessend wird sie in der Bildbearbeitung freigestellt und mit einem individuell gestalteten Hintergrund kombiniert. Das ermöglicht eine grosse gestalterische Bandbreite. Farben, Verläufe, Strukturen und andere grafische Elemente können angepasst werden, ohne die fotografierte Person erneut aufnehmen zu müssen. Auch unterschiedliche Hintergrundvarianten für verschiedene Anwendungen sind möglich. Ein Portrait kann beispielsweise mit einer zurückhaltenden Farbfläche für die Teamseite und einer stärker gestalteten Variante für eine Unternehmenspublikation aufbereitet werden. Die Flexibilität besitzt jedoch eine technische Voraussetzung: Die Freistellung muss sorgfältig erfolgen.

‍

Warum die Qualität digitaler Hintergründe an den Bildkanten sichtbar wird

Die digitale Freistellung ist heute deutlich effizienter als früher. Moderne Bildbearbeitungsprogramme können Personen automatisch erkennen und vom Hintergrund trennen. Adobe Photoshop bietet dafür unter anderem Werkzeuge zur Motivauswahl und zur gezielten Bearbeitung feiner Haarstrukturen.

‍

Trotzdem sind automatische Auswahlverfahren nicht in jeder Situation perfekt. Gerade bei feinen Haaren, transparenten Materialien oder geringem Kontrast zwischen Person und Hintergrund kann eine manuelle Nachbearbeitung notwendig bleiben. Quelle: Adobe Photoshop

‍

Ein typisches Problem sind feine Farbsäume. Wenn eine Person beispielsweise vor einem hellen Hintergrund fotografiert und anschliessend auf eine dunkle Farbfläche gesetzt wird, können an Haaren oder Kleidung helle Ränder sichtbar bleiben. Auch halbtransparente Bereiche benötigen Aufmerksamkeit. Bei Brillengläsern oder sehr feinen Haaren reicht es nicht immer, den ursprünglichen Hintergrund vollständig zu entfernen. Teilweise müssen Farbinformationen und Transparenzen differenziert bearbeitet werden.

‍

Ein weiterer Faktor ist die Lichtgestaltung. Wird eine Person mit stark gerichtetem Licht fotografiert, während der neue Hintergrund eine weiche, gleichmässige Beleuchtung suggeriert, kann das Ergebnis künstlich wirken. Deshalb sollte die spätere Hintergrundgestaltung bereits beim Shooting berücksichtigt werden.

‍

Ein digitaler Hintergrund wirkt nicht allein durch eine saubere Freistellung glaubwürdig. Licht, Farbe, Perspektive und Bildkonturen müssen gemeinsam funktionieren.

‍

Die eigene Arbeitsumgebung als Bestandteil des Portraits

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, Mitarbeiterportraits direkt im Unternehmen aufzunehmen. Dabei wird kein neutraler oder künstlich gestalteter Hintergrund verwendet. Stattdessen werden Architektur, Materialien und räumliche Eigenschaften bewusst in die Bildkomposition integriert.

‍

Das kann besonders interessant sein, wenn die Umgebung einen wichtigen Bestandteil der Unternehmensidentität bildet. Ein Architekturatelier, ein Technologieunternehmen oder eine spezialisierte Produktionsfirma besitzt häufig Räume, die bereits visuelle Informationen über ihre Tätigkeit vermitteln. Solche Portraits können stärker dokumentarisch wirken, weil Personen in ihrem tatsächlichen Arbeitskontext gezeigt werden.

‍

Gleichzeitig entstehen Herausforderungen. Das Tageslicht verändert sich. Einzelne Arbeitsbereiche besitzen unterschiedliche Beleuchtung. Räume werden umgestaltet oder stehen bei späteren Shootings möglicherweise nicht mehr zur Verfügung. Für eine langfristig reproduzierbare Portraitserie müssen deshalb geeignete Standorte, Perspektiven und Lichtbedingungen dokumentiert werden. Eine bewusst unscharf dargestellte Umgebung kann dabei helfen, den Charakter eines Unternehmens zu vermitteln, ohne die Person visuell in den Hintergrund treten zu lassen.

‍

Welche Variante eignet sich für welches Unternehmen?

Ein Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl Mitarbeitender und einem stark gestalteten Markenauftritt kann von individuellen digitalen Hintergründen profitieren. Bei einer grossen Portraitserie, die regelmässig erweitert wird, kann ein physischer Hintergrund dagegen die effizientere Lösung sein. Wenn die Architektur oder der Arbeitskontext eine wichtige Rolle spielt, sind Portraits in der tatsächlichen Umgebung eine interessante Alternative. Die Entscheidung hängt daher von mehreren Faktoren ab: gewünschte Bildsprache, Anzahl Personen, Standorte, Budget, technische Anforderungen und langfristige Nutzung. Besonders bei grösseren Projekten lohnt es sich, vor der eigentlichen Produktion einige Testportraits zu erstellen. Damit lässt sich überprüfen, wie verschiedene Hintergründe mit unterschiedlichen Personen funktionieren und ob die gewählte Gestaltung auch in kleinen digitalen Formaten überzeugt.

abstract green gradient

Wie eine individuelle Portraitserie langfristig konsistent bleibt

Ein individuell gestalteter Hintergrund sollte nicht ausschliesslich für ein einzelnes Fotoshooting funktionieren. Sein eigentlicher Nutzen entsteht, wenn sich die Bildsprache später auf neue Mitarbeitende, zusätzliche Teams und unterschiedliche Unternehmensstandorte übertragen lässt. Dafür müssen Hintergründe und fotografische Gestaltung als zusammenhängendes Konzept entwickelt werden. Eine solche Planung berücksichtigt nicht nur die erste Produktion, sondern auch die Frage, wie sich das Ergebnis in Zukunft wiederholen oder erweitern lässt.

‍

Ein Portraitkonzept beginnt mit den späteren Anwendungen

Bevor ein Hintergrund gestaltet wird, sollte geklärt sein, wo die Mitarbeiterportraits erscheinen. Für eine Teamübersicht auf der Unternehmenswebsite werden andere Bildausschnitte benötigt als für LinkedIn, Geschäftsberichte oder grössere redaktionelle Portraits. Auf einer Teamseite erscheinen häufig zahlreiche Personen nebeneinander. Deshalb spielen einheitliche Bildausschnitte, Hintergrundgrössen und die Positionierung der Personen eine besonders wichtige Rolle. Bei LinkedIn werden Profilbilder rund zugeschnitten. Ein Hintergrund mit auffälligen grafischen Elementen kann dadurch teilweise verschwinden oder unbeabsichtigt angeschnitten werden.

‍

Für grössere Unternehmenspublikationen kann dagegen mehr Raum um die Person sinnvoll sein. Die Bildgestaltung sollte deshalb nicht ausschliesslich anhand einer einzelnen Musteraufnahme beurteilt werden. Sinnvoll ist es, die Portraits bereits während der Konzeptphase in ihrem späteren Layout zu testen. Wie wirkt eine gesamte Teamseite mit zwanzig Personen? Funktionieren unterschiedliche Kleidungsfarben? Bleiben die Portraits auch in kleinen Ansichten klar erkennbar? Solche Tests helfen, gestalterische Entscheidungen zu treffen, bevor die vollständige Produktion beginnt.

‍

Warum die Reproduzierbarkeit bei individuellen Hintergründen entscheidend ist

Ein Unternehmen entwickelt eine neue Portraitserie mit einem eigens gestalteten Hintergrund. Die Fotografien werden auf der Website veröffentlicht und ergeben einen konsistenten Auftritt. Einige Monate später kommen neue Mitarbeitende hinzu. Jetzt zeigt sich, ob das ursprüngliche Konzept langfristig funktioniert.

‍

Bei physischen Hintergründen müssen Material, Farbwirkung und fotografischer Aufbau wiederhergestellt werden können. Bei digitalen Hintergründen sollte die ursprüngliche Gestaltung in einem bearbeitbaren Format vorhanden sein. Ebenso wichtig sind nachvollziehbare Vorgaben zu Freistellung, Platzierung und Bildbearbeitung. Für beide Varianten empfiehlt sich eine kurze fotografische Dokumentation.

‍

Dazu gehören insbesondere:
01 definierte Bildausschnitte und Kamerapositionen
02 Lichtaufbau und Hintergrundbeleuchtung
03 Referenzaufnahmen für die Farbgestaltung
04 Hintergrunddateien beziehungsweise Materialangaben
05 Vorgaben für die Positionierung der Person
06 Grundsätze der Retusche
07 Exportformate für die verschiedenen Anwendungen

‍

Diese Dokumentation muss nicht umfangreich sein. Entscheidend ist, dass sich daraus die wesentlichen fotografischen Entscheidungen nachvollziehen lassen. Gerade bei internationalen Unternehmen mit mehreren Standorten kann ein solches Konzept verhindern, dass sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Portraitstile entwickeln. Neue Mitarbeiterportraits können dadurch ergänzt werden, ohne die ursprüngliche Bildwelt vollständig neu gestalten zu müssen.

‍

Digitale Hintergründe benötigen ein kontrolliertes Farbmanagement

Bei individuell gestalteten Hintergründen spielt die Farbwiedergabe eine besondere Rolle. Ein Hintergrund kann auf einem kalibrierten Bildschirm anders aussehen als auf einem Smartphone oder in einer gedruckten Unternehmenspublikation. Das liegt unter anderem daran, dass Bildschirme und Drucksysteme Farben unterschiedlich darstellen können. Professionelles Farbmanagement hilft dabei, solche Unterschiede möglichst kontrollierbar zu machen.

‍

Adobe empfiehlt für digitale Webanwendungen unter anderem geeignete Farbprofile wie sRGB und einen konsistenten Umgang mit eingebetteten Profilinformationen. Dadurch lässt sich die Farbwiedergabe über unterschiedliche Anwendungen und Geräte hinweg besser standardisieren. Quelle: Adobe Photoshop

‍

Für Corporate Portraits bedeutet das, dass die fertige Hintergrundgestaltung nicht nur in der Bildbearbeitung, sondern auch im vorgesehenen Ausgabemedium überprüft werden sollte. Gerade intensive Markenfarben können auf unterschiedlichen Displays abweichend erscheinen. Eine technisch sauber definierte Farbe garantiert deshalb nicht, dass sie auf jedem Gerät vollkommen identisch wahrgenommen wird. Für hochwertige Portraitserien ist ein nachvollziehbarer Farbworkflow wichtiger als der Versuch, alle Unterschiede durch individuelle Korrekturen auszugleichen.

‍

Individuelle Mitarbeiterportraits am Beispiel INUS Health

Wie sich Businessfotografie in einen eigenständigen Unternehmensauftritt integrieren lässt, zeigt die Zusammenarbeit von lad.studio mit INUS Health. Für das Unternehmen entstanden fotografische Arbeiten, die auf der lad.studio Projektseite dokumentiert sind.

‍

Solche Projekte verdeutlichen, weshalb ein Portrait nicht isoliert betrachtet werden sollte. Hintergrund, Licht, Kleidung, Bildausschnitt und die spätere Platzierung auf der Website beeinflussen gemeinsam die Wirkung einer Aufnahme.

‍

Gerade bei Unternehmen mit einer ausgeprägten visuellen Identität lohnt es sich deshalb, die vorhandenen Gestaltungselemente bereits vor dem Shooting zu analysieren. Welche Farben prägen die Website? Welche Hintergründe werden in anderen Kommunikationsmitteln verwendet? Wie fügt sich das Portrait in das bestehende Layout ein?

‍

Die Antwort muss nicht zwangsläufig ein auffälliger Hintergrund in den Unternehmensfarben sein. Manchmal entsteht die stärkere Lösung durch eine reduzierte Gestaltung, die genügend Raum für die fotografierte Person lässt.

‍

Ein Beispiel der fotografischen Arbeit findest du hier:

INUS Health, ausgewähltes Projekt von lad.studio

‍

Bildrechte und die Verwendung von Mitarbeiterportraits

Bei der Planung individueller Mitarbeiterportraits sollten auch die spätere Verwendung und die Persönlichkeitsrechte berücksichtigt werden.

‍

Gerade bei einer konsistenten Portraitserie werden Bilder häufig über mehrere Jahre auf öffentlichen Teamseiten, in Präsentationen und in der Unternehmenskommunikation verwendet.

‍

In der Schweiz benötigen Arbeitgeber für die Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos im Intranet oder Internet grundsätzlich die Einwilligung der betroffenen Personen. Darauf weist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte ausdrücklich hin. Quelle: EDÖB

‍

Deshalb sollte bereits vor dem Shooting geklärt werden, wo die Fotografien eingesetzt werden sollen.

‍

Auch die Rechte an individuell gestalteten Hintergründen verdienen Aufmerksamkeit.

‍

Wenn eine Hintergrundgestaltung eigens für ein Unternehmen entwickelt wurde, sollte vertraglich festgehalten werden, ob die Gestaltung nur innerhalb der gelieferten Portraits verwendet werden darf oder ob auch separate Hintergrunddateien für weitere Anwendungen und Produktionen zur Verfügung stehen.

‍

Das ist besonders relevant, wenn später andere Fotografen oder zusätzliche Unternehmensstandorte mit derselben Bildwelt arbeiten sollen.

‍

Eine saubere Regelung verhindert, dass gestalterische oder rechtliche Fragen erst entstehen, wenn die Portraitserie erweitert werden muss.

‍

‍

Häufig gestellte Fragen zu individuellen Mitarbeiterportraits

Können Mitarbeiterportraits mit einem Hintergrund in den Unternehmensfarben fotografiert werden?

Ja. Individuelle Hintergründe können auf Grundlage vorhandener Corporate-Design-Farben entwickelt werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, wie die gewählte Farbe mit Hauttönen, Kleidung und Beleuchtung zusammenwirkt. Sehr intensive Markenfarben eignen sich nicht immer als vollflächiger Portrait-Hintergrund. Teilweise ist eine fotografisch abgestimmte Farbvariante sinnvoller, um eine ausgewogene und langfristig nutzbare Bildsprache zu erreichen.

‍

Ist ein digitaler Hintergrund schlechter als ein echter Studiohintergrund?

Nein. Beide Lösungen können hochwertige Ergebnisse liefern. Ein physischer Hintergrund ist bereits Teil der ursprünglichen Aufnahme und benötigt in der Regel keine zusätzliche Freistellung. Digitale Hintergründe bieten dagegen mehr Flexibilität bei Farben und Gestaltung. Entscheidend für ihre Qualität sind saubere Bildkanten, eine passende Lichtführung und eine glaubwürdige Abstimmung zwischen Person und Hintergrund.

‍

Können bestehende Mitarbeiterportraits nachträglich einen neuen Hintergrund erhalten?

Grundsätzlich ja. Ob die Ergebnisse überzeugen, hängt jedoch stark von den ursprünglichen Aufnahmen ab. Haare, Brillen, Hintergrundkontraste und die vorhandene Lichtführung beeinflussen die Qualität der Freistellung. Bei sehr unterschiedlichen Portraits kann ein einheitlicher digitaler Hintergrund die gestalterischen Unterschiede nicht vollständig ausgleichen. Deshalb sollten zunächst einige Testaufnahmen bearbeitet werden, bevor eine gesamte Portraitserie umgestellt wird.

‍

Wie bleiben individuell gestaltete Mitarbeiterportraits bei neuen Mitarbeitenden einheitlich?

Durch eine dokumentierte fotografische Gestaltung. Dazu gehören Hintergrunddateien oder Materialangaben, Lichtaufbau, Kameraperspektive, Bildausschnitt und Bearbeitungsprinzipien. Neue Mitarbeitende können dadurch später unter vergleichbaren Bedingungen fotografiert werden. Besonders bei Unternehmen mit mehreren Standorten ist es sinnvoll, diese Vorgaben frühzeitig festzuhalten.

‍

Sollte jedes Unternehmen individuelle Portrait-Hintergründe verwenden?

Nein. Ein neutraler Hintergrund kann für viele Unternehmen die sinnvollere Lösung sein. Individuelle Hintergründe sind besonders interessant, wenn die Bildgestaltung bewusst Teil der Markenidentität werden soll oder eine bestimmte visuelle Sprache über verschiedene Anwendungen hinweg benötigt wird. Entscheidend ist nicht der Grad der Individualisierung, sondern ob der Hintergrund die Person und den Kommunikationszweck unterstützt.

‍

Was kostet ein individueller Hintergrund für Mitarbeiterportraits?

Der Aufwand hängt von der gewählten Umsetzung ab. Ein vorhandener Studiohintergrund in einer passenden Farbe benötigt in der Regel weniger gestalterische Vorbereitung als ein speziell gedruckter oder individuell digital entwickelter Hintergrund. Zusätzliche Kosten können durch Konzeptentwicklung, Testaufnahmen, Freistellung oder weiterführende Bildbearbeitung entstehen. Bei grösseren Teams sollte ausserdem berücksichtigt werden, wie sich die Bildwelt später kosteneffizient erweitern lässt.

‍

‍

Weiterführende Quellen

Adobe Photoshop: Präzise Freistellung von Haaren

Adobe erklärt die technischen Möglichkeiten und Grenzen automatisierter Freistellungen sowie die Bearbeitung feiner Haarstrukturen. Relevant für die Qualität individuell gestalteter digitaler Hintergründe.

Adobe Photoshop – Refine Hair

‍

Adobe Photoshop: Farbmanagement für digitale Bilder

Technische Grundlagen zur konsistenten Farbdarstellung auf unterschiedlichen Geräten, zum Umgang mit Farbprofilen und zur Vorbereitung digitaler Bilddateien.

Adobe Photoshop – Color Management

‍

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter

Offizielle Informationen zur Veröffentlichung von Mitarbeiterfotos und zum Datenschutz im Arbeitsverhältnis.

EDÖB – Datenbearbeitung durch den Arbeitgeber

Termin buchen